Quartiersrat

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Quartiersräte - Menschen engagieren sich für ihren Stadtteil

Um herauszufinden, was zur Verbesserung der Situation in einem Quartier konkret erforderlich ist und wie die Fördermittel zielgerichtet eingesetzt werden sollen, ist die Beratung mit den Expertinnen und Experten für das Quartier das Wichtigste. Diese Experten sind Sie! Sie wohnen, arbeiten und engagieren sich im Quartier und kennen sich hier aus. Deshalb ist Ihre Beteiligung ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit im Quartier und des Programms Soziale Stadt. Dabei geht es nicht nur um die Teilnahme an Diskussionsrunden und Empfehlungen an die Politik. Sie sollen mitentscheiden, was in ihrem Quartier passiert! Seit 2005 gibt es dafür in jedem der Gebiete einen Quartiersrat.

Was macht ein Quartiersrat?

Die Mitglieder des Quartiersrates nehmen Einfluss darauf, was schwerpunktmäßig in einem Gebiet verbessert werden soll. Sie bewerten Projektideen und entscheiden gemeinsam mit der Verwaltung und dem Quartiersmanagement über den Einsatz von Fördermitteln des Programms Soziale Stadt.

Wer macht mit im Quartiersrat?

Die Quartiersräte bestehen, je nach Einwohnerzahl des Gebietes, aus 15 bis 30 Personen. Mindestens 51 % davon - also die Mehrheit - sind Bewohnerinnen und Bewohner, die übrigen Mitglieder werden z.B. von Vereinen, Schulen, Kitas, Religionsgemeinschaften oder Wohnungsunternehmen benannt. Entscheidend ist, dass alle größeren Gruppen des Quartiers vertreten sind: Frauen genauso wie Männer, alte Menschen genauso wie Jugendliche, Migranten genauso wie Deutsche. Alle Interessen und Belange der Menschen sollen berücksichtigt werden können.
Jeder, der im Quartier wohnt, arbeitet oder sich ehrenamtlich engagiert und mindestens 16 Jahre alt ist, kann Mitglied im Quartiersrat werden. Die deutsche Staatsbürgerschaft spielt dabei keine Rolle.

Wie wird man Quartiersrat?

In regelmäßigen Abständen werden die Mitglieder der Quartiersräte in öffentlichen Veranstaltungen neu bzw. nachbesetzt. In den Vor-Ort-Büros der Quartiersmanagements oder auf den Internetseiten des Gebietes kann man sich darüber informieren. Mit dem Quartiersmanagementteam des Gebietes können Sie die Möglichkeiten oder Ihre Vorstellungen besprechen.

Und wie geht es weiter?

Die ehrenamtlichen Quartiersräte übernehmen bereits heute an vielen Stellen Verantwortung. So haben sie Sprecherinnen und Sprecher benannt, die ihre Anliegen nach außen vertreten. Viele nehmen an Fortbildungen teil, lernen z.B. wie man bei Sponsoren Gelder einwirbt. Denn auch nach dem Ende des Programms wollen sie mitverantwortlich für die weitere Entwicklung ihres Quartiers arbeiten.

Das Modell des Quartiersrates ist neu und einzigartig: Es ist ein Experiment für mehr Demokratie und damit auch ein Beispiele für die Abgabe von "Entscheidungsmacht" durch Politik und Verwaltung. Dabei heißt "entscheiden" für alle Beteiligten nicht, sich machtvoll durchzusetzen, sondern für alle befriedigende Lösungen möglichst einvernehmlich zu finden.

Dafür braucht es heute und morgen aktive Menschen, die Lust haben, sich einzumischen, sich zu engagieren und die sich einbringen wollen.

QuelleSenatsverwaltung für Stadtentwicklung